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FunktionsdokumentationEinplanung von Fertigungshilfsmitteln 

Verwendung

Sie können im SAP-System Fertigungsaufträge, in denen Sie Fertigungshilfsmittel (FHM) einsetzen, in Abhängigkeit der Verfügbarkeit dieser Fertigungshilfsmittel einplanen. Dabei kommen wartbare Fertigungshilfsmittel vom Typ Equipment zum Einsatz.

Hinweis

Diese Funktion können Sie nur für Fertigungsaufträge einsetzen. Für Prozessaufträge steht Ihnen diese Funktion nicht zur Verfügung.

Sie können Fertigungsaufträge auch mit Hilfe eines APO-Systems einplanen.

Vorausetzungen

Sie haben im Customizing der Produktion unter Fertigungssteuerung Stammdaten Fertigungshilfsmittel FHM-Arbeitsplatz-Verknüpfung erlauben das Kennzeichen FHM und Arbeitsplatz gesetzt.

Funktionsumfang

Prüfung der kapazitiven Verfügbarkeit des FHMs

Um die kapazitive Verfügbarkeit eines FHMs zu prüfen, müssen Sie pro FHM Kapazitätsstammdaten angelegt haben, die das Kapazitätsangebot des FHMs beschreiben:

  zeitliche Verfügbarkeit

  Anzahl der verfügbaren FHM

  Kosten für den Einsatz

Diese Daten können Sie im DIMP-System in Form von Arbeitsplatz-Stammdaten hinterlegen.

Wenn Sie das APO-System zur Planung einsetzen, sind diese Stammdaten nach der Übertragung ins APO-System dort als Stammdaten der jeweiligen Ressource verfügbar.

Um für ein FHM ein Kapazitätsangebot zu erstellen, wird zunächst ein „virtueller“ Arbeitsplatz mit der Arbeitsplatzart FHM angelegt. In diesen Arbeitsplatz tragen Sie im Kapazitätskopf ein, wann das FHM zur Verfügung steht (Einsatzzeit von bis, Fabrikkalender, Schichten etc.). Um die Kapazität von FHM-Pools abzubilden, geben Sie bei der Anzahl der Einzelkapazitäten ein, wie viele untereinander austauschbare Mitglieder dieser FHM-Pool enthält. Weiterhin geben Sie auf der Registerkarte Kalkulation ein, welche Kosten beim Einsatz dieses FHM dem Fertigungsauftrag belastet werden.

Diesen „virtuellen“ Arbeitsplatz tragen Sie anschließend in die Stammdaten des jeweiligen FHMs (hier geführt als Equipment) auf der Registerkarte FHM ein. Bei Verwendung eines FHM-Pools müssen Sie auch dem „virtuellen“ Equipment, das den FHM-Pool repräsentiert, diesen virtuellen Arbeitsplatz zuweisen.

FHM-Pool

Sie können ein FHM als einzelnes, physisch vorhandenes FHM oder ein Pool-FHM an einen Vorgang binden. Ein Pool-FHM ist ein Equipment, das eine einstufige Struktur von Unterequipments enthält. Das Pool-FHM ist physisch nicht vorhanden, sondern steht stellvertretend für die Gesamtzahl der physisch vorhandenen FHM. Diese Unterequipments sind die physisch vorhandenen FHM und besitzen alle soweit identische Eigenschaften, dass sie alternativ zueinander an einem Arbeitsplatz als FHM eingesetzt werden können. Es ist also egal, welches Equipment aus dem FHM-Pool letztendlich als FHM zum Einsatz kommt. Allerdings bestimmt die Positionsnummer eines FHMs in der Struktur die Häufigkeit, mit der dieses FHM beim automatischen Ersetzen des FHM-Pools durch das physische FHM eingesetzt wird: FHM mit niedrigerer Positionsnummer werden bevorzugt eingesetzt, wenn sie zeitlich verfügbar sind.

FHM-Kapazität im Arbeitsvorgang

Im Arbeitsplan ordnen Sie den Vorgängen die jeweils benötigten FHM zu. Anschließend bilden Sie im Arbeitsplan zu jedem Vorgang, der FHM benutzt, pro FHM einen Untervorgang, der den virtuellen Arbeitsplatz dieses FHMs benutzt. Da die Vorgangszeiten dieser FHM-Untervorgänge denen des übergeordneten Vorgangs entsprechen (bei Verdichtungsart 0), wird auf diese Weise die Terminierung des FHMs mit der des übergeordneten Vorgangs verknüpft.

Wenn Sie das APO-System verwenden, erscheinen die FHM-Untervorgänge im PPM als separater Vorgang mit einer Aktivität auf der Ressource, die als (virtueller) Arbeitsplatz an das FHM geknüpft ist. Dieser separate Vorgang läuft zeitlich parallel zu dem Vorgang, der das FHM verwendet.

Hinweis

Achten Sie darauf, dass im Arbeitsplan keine Vorgangs- oder Untervorgangsnummer – auch nicht vorgangsübergreifend - doppelt vorkommt! Die Kombination Vorgang 10 – Untervorgang 10 führt in diesem Zusammenhang zu Fehlern, da das APO-System beide Nummern zur Bildung der beiden APO-Vorgänge benutzt.

Achten Sie darauf, das im Arbeitsplan und in den Stammdaten des Equipments derselbe Arbeitsplatz eingetragen ist. Das System gleicht die Daten des Arbeitsplans und des Equipments nicht automatisch ab. Wenn sich die Arbeitsplätze unterscheiden, kann es zu Fehlern in der Planung kommen.

 

Einsatz von FHM

Im Rahmen der Kapazitätsprüfung beim Anlegen eines Fertigungsauftrags prüft das System, ob das FHM bzw. irgendein FHM aus dem Pool zum angegebenen Zeitraum kapazitiv verfügbar ist.

Ist ein FHM verfügbar, wird der gewünschte Termin bestätigt.

Ist aktuell kein FHM verfügbar, zeigt das System die Kapazitätsauslastung der vorhandenen FHM an. Sie können dann den Fertigungsauftrag selbst manuell einplanen oder sich vom System nach einer eigenen geeigneten Strategie in der Kapazitätsplanung den nächsten freien Termin zum Einsatz des FHM vorschlagen lassen.

Wenn Sie das APO-System einsetzen und im PPM alternative Ressourcen zur Verfügung stehen (s. unten), können Sie im APO-System auf der Feinplanungsplantafel die Vorgänge auf diesen alternativen Ressourcen einplanen bzw. von einer Heuristik einplanen lassen.

Ersetzen eines Pool-FHM durch ein physisches FHM

Wenn die Kapazitätsplanung für die FHM über einen FHM-Pool erfolgt, müssen Sie vor der Freigabe des Fertigungsauftrags im DIMP-System (genau: mit dem Druck der Auftragspapiere) das Pool-FHM automatisch oder manuell gegen ein physisch vorhandenes FHM aus dem FHM-Pool ersetzen. Dazu steht Ihnen die Transaktion FHM im Auftrag ersetzen zur Verfügung.

Ausfall eines FHM

Fällt ein FHM während der Produktion aus, kann es durch ein anderes FHM ersetzt werden. Dazu können Sie ebenfalls die Transaktion FHM im Auftrag ersetzen verwenden. Das neue FHM ist vor der nächsten Rückmeldung im Vorgang des Fertigungsauftrags einzusetzen, damit bei der Rückmeldung das richtige FHM kapazitiv und kostenmäßig belastet wird.

Alternative Modi im PPM

Sie können zur Kapazitätsterminierung der FHM das APO-System einsetzen. Bei der Übertragung des Arbeitsplans vom DIMP-System ins APO-System werden die Untervorgänge im PPM als eigene Vorgänge mit einer Aktivität auf der Ressource, die dem Arbeitsplatz des Untervorgangs entspricht, abgebildet. Die Ressource des Untervorgangs entspricht dabei der Kapazität des FHMs. Beim Anlegen eines Auftrags im APO-System werden bei der Terminierung alle benötigten Ressourcen auf ihre kapazitive Verfügbarkeit untersucht und der Auftrag je nach Verfügbarkeit eingeplant oder umterminiert.

Sie können im DIMP-System zur Stammfolge eines Arbeitsplans alternative Arbeitsplanfolgen anlegen. In diesen alternativen Arbeitsplanfolgen können die Vorgänge bzw. Untervorgänge andere Arbeitsplätze und andere FHM belasten.

Bei der Übertragung der Daten vom DIMP-System durch das Core Interface (CIF) ins APO-System werden diese alternativen Arbeitsfolgen zu alternativen Modi. Somit können ebenfalls andere Ressourcen von den Vorgängen belastet werden.

Achtung

Die Vorgänge in den alternativen Folgen und die Vorgänge in der Stammfolge müssen zwischen Absprungvorgang und Rücksprungvorgang einander exakt entsprechen. Es dürfen also keine zusätzlichen Vorgänge in der alternativen Folge hinzukommen oder Vorgänge fehlen. Lediglich die verwendeten Arbeitsplätze und ihre Einsatzzeiten dürfen variieren. Falls Sie bei der Fertigung eines Produkts alternative Folgen mit unterschiedlichen Vorgängen verwenden wollen, müssen Sie dafür zwei Fertigungsversionen anlegen, die im APO-System in zwei unterschiedlichen PPMs resultieren.

Durch die Moduskopplung im APO-System werden logisch zusammenhängende Maschinen- und FHM-Gruppen gebildet, die auch bei einer Verschiebung eines Vorgangs von einer Ressource auf eine andere Ressource kombiniert bleiben.

Hinweis

Damit Sie alternative Folgen ins APO-System übertragen können, muss der Hinweis 576492 ins System eingespielt worden sein.

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